Bewertung
Die Aussage ist irreführend. Die Zahl von rund 1,48 Millionen Zuzügen umfasst nicht nur ausländische Migrantinnen und Migranten und spiegelt nicht die tatsächliche Nettozuwanderung wider. Im selben Zeitraum verließen rund 1,25 Millionen Menschen Deutschland; die Nettozuwanderung lag bei 235.000 Personen. Wegen des Geburtendefizits lebten Ende 2025 insgesamt weniger Menschen in Deutschland als ein Jahr zuvor.
Fakten
Das Statistische Bundesamt (Destatis) gab in einer Pressemitteilung am 1. Juni 2026 die endgültigen Ergebnisse der Wanderungsstatistik für das Jahr 2025 bekannt. Demnach wurden 2025 rund 1,48 Millionen Zuzüge nach Deutschland registriert.
Im gleichen Zeitraum zogen rund 1,25 Millionen Personen aus Deutschland fort. Die Nettozuwanderung lag damit bei 235.000 Personen. Die Gesamtbevölkerung hingegen ist wegen des hohen Geburtendefizits um rund 100.000 Personen zurückgegangen.
Wer zieht eigentlich zu?
Die genannten Zuzüge schließen alle Personen ein, die sich im Laufe eines Jahres bei deutschen Behörden anmelden, unabhängig davon, ob sie am Ende des Jahres noch im Land sind. Die Nettozuwanderung verrechnet Zu- und Fortzüge und gibt an, um wie viele Personen die in Deutschland lebende Bevölkerung durch Wanderungsbewegungen tatsächlich gewachsen ist.
Destatis erfasst in der Wanderungsstatistik alle Personen, die sich bei einer deutschen Meldebehörde an- oder abmelden. Destatis weist darauf hin, dass Personen, die sich innerhalb eines Jahres mehrfach an- oder abmelden, auch mehrfach in der Statistik erscheinen.
Unter den 1,48 Millionen Zuzügen können sich laut der methodischen Hinweise von Destatis sehr unterschiedliche Personengruppen befinden, zum Beispiel deutsche Staatsbürger, die aus dem Ausland zurückkehren, oder EU-Bürgerinnen, die sich in Deutschland niederlassen.
Auch Asylsuchende oder Personen mit Arbeitsvisum aus Nicht-EU-Staaten sind darunter gelistet. Nach Angaben der Destatis-Pressemitteilung ist die Nettozuwanderung aus den wichtigsten Asylherkunftsländern deutlich zurückgegangen: aus Syrien um 67 Prozent, aus Afghanistan um 41 Prozent, aus der Türkei um 41 Prozent. Auch die Nettozuwanderung aus der Ukraine sank um 21 Prozent.
(Stand: 3.6.2026)
