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Clip mit Feuerwerk zeigt alte Proteste in Tiflis, nicht Paris

Bei den Ausschreitungen rund um den Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain sind mehr als 890 Menschen in Frankreich festgenommen worden. In sozialen Medien verbreitet sich ein Video, das angeblich diese Zusammenstöße mit der Polizei in Paris zeigen soll und hunderttausendfach gesehen wurde. Eine Person schießt darin mit einer mutmaßlich selbstgebauten Feuerwerkskanone.

Bewertung

Falsch. Der Clip entstand 2024 bei prowestlichen Demonstrationen in Georgien.

Fakten

Die Bilderrückwärtssuche nach dem zentralen Motiv der Feuerwerkskanone aus dem Video führt zu Medienberichten von Anfang Dezember 2024. Unter anderem haben die «Bild» und die Schweizer Portale «Blick» und «20 Minuten» seinerzeit über Zusammenstöße von Pro-EU-Demonstranten und der Polizei in der georgischen Hauptstadt Tiflis berichtet – mit der identischen Szene.

Damals waren nach einer von Fälschungsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl Menschen in der Südkaukasusrepublik regelmäßig gegen die Regierungspartei auf die Straße gegangen. Ein Höhepunkt der teils gewaltsamen Protest gab es Anfang Dezember 2024, als Ministerpräsident Irakli Kobachidse erklärte, die EU-Beitrittsverhandlungen auszusetzen. In Tiflis ging die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, die ihrerseits Sicherheitskräfte mit Feuerwerkskörpern beschossen.

Krawalle nach PSG-Sieg in Frankreich

Am 30. Mai 2026 hat Paris Saint-Germain die Fußball-Champions-League im Finale von Budapest gegen den FC Arsenal gewonnen. Rund um den Sieg hatte es in mehreren französischen Städten Krawalle gegeben. Teils wurden Geschäfte geplündert und Brände gelegt.

Auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées gerieten vermummte Personen und Einsatzkräfte mehrfach aneinander. Wurfgeschosse und Tränengas wurden eingesetzt. Nach Angaben des französischen Innenministers Laurent Nuñez vom 1. Juni wurden insgesamt 178 Sicherheitskräfte verletzt.

Video schon in anderen Zusammenhängen falsch verwendet

Das Video aus Georgien wurde bereits mehrfach für Aufnahmen aus anderen Regionen ausgegeben. So wurde in der Vergangenheit fälschlicherweise behauptet, die Bilder seien etwa in Deutschland aufgenommen worden – was dpa-Faktenchecks (hier und hier) widerlegen.

(Stand: 1.6.2026)

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Gesellschaft, Sport

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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