Bewertung
Bei den Bildern im «Tagesthemen»-Beitrag handelt es sich um Archivaufnahmen. Sie entstanden nach Senderangaben im Jahr 2018 und zeigen eine Übung in der Sonderisolierstation der Berliner Charité.
Fakten
Von «schlechten, aber sehr gut bezahlten Schauspielern» ist in einem Social-Media-Beitrag über den «Tagesthemen»-Beitrag die Rede, von «Panikmache aus dem Fernsehstudio» und «höchst seltsamen und eigenartigen Bildern» in einem anderen. Doch der Vorwurf, es seien Schauspieler gezeigt worden, ist haltlos.
Schon ein Blick in die Sendung vom 19. Mai beweist das: Die Aufnahmen von Menschen in blauer Schutzkleidung sind mit dem Hinweis «Archiv» versehen worden. Illustriert wird damit die Nachricht, dass der Ebola-Patient in der Berliner Charité angekommen ist.
Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur schickt eine Sprecherin des NDR, der die «Tagesthemen» produziert, mehr Informationen zu den Aufnahmen: «Die Bilder wurden zum ersten Mal am 1. April 2018 veröffentlicht und sind bei einer Übung von Medizinern der Sonderisolierstation der Charité in Berlin entstanden. Die Bilder wurden vom RBB gedreht und in der Abendschau ausgestrahlt.»
Nachdem die Sonderisolierstation den Ebola-Patienten im Mai 2026 aufgenommen hat, hat der RBB den Archivbeitrag über die Übung erneut auf seiner Website veröffentlicht. Und tatsächlich finden sich darin auch die Aufnahmen, die am 19. Mai in den «Tagesthemen» verwendet wurden.
Foto zeigt Familienangehörige in Quarantäne
Es handelt sich also nicht um eine Inszenierung mit Schauspielern, sondern um alte Bilder von einer Übung an der Charité. Das erklärt auch, dass überhaupt ein Kamerateam in der Sonderisolierstation filmen konnte.
Von der Unterbringung des 39 Jahre alten US-Amerikaners in der Station sind keine Aufnahmen bekannt. Aus der Quarantäne seiner bislang nicht infizierten Familienangehörigen gibt es aber ein Foto. Es wurde Medien von der Charité zur Verfügung gestellt.
Ausbruch von seltenem Ebola-Typ
Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, weil es für den seltenen Bundibugyo-Typ bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Aus dem Ostkongo wurden zuletzt mehr als 1.000 Verdachtsfälle gemeldet, darunter rund 250 Todesfälle. Ein Teil davon ist im Labor bestätigt worden. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle Fälle gemeldet werden. Im Nachbarland Uganda sind bislang sieben bestätigte Fälle bekannt.
(Stand: 28.5.2026)
