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Keine Belege für US-Wettermanipulation im Iran

Ende Februar 2026 starteten die USA und Israel Angriffe auf den Iran. Seitdem verbreiten sich online massenhaft Falschinformationen und KI-generierte Inhalte. In einem viralen Beitrag in sozialen Medien wird behauptet, der Iran habe nach der Zerstörung amerikanischer Radaranlagen erstmals seit fünf Jahren wieder Regen erlebt. Innerhalb von zwei Wochen habe es «so viel Niederschlag wie in keinen zehn Jahren» gegeben. Daraus wird abgeleitet, die USA hätten mit Hilfe von Radaranlagen das Wetter im Iran manipuliert. Stimmt das?

Bewertung

Zwar hatte der Iran in den vergangenen Jahren mit schweren Dürreperioden zu kämpfen, doch von einem vollständigen Ausbleiben von Regen über fünf Jahre kann keine Rede sein. Im März 2026 fiel tatsächlich überdurchschnittlich viel Regen, aber die Behauptung «wie in keinen zehn Jahren» ist stark übertrieben. Für eine gezielte Wettermanipulation durch US-Radaranlagen gibt es keinerlei belastbare Belege. Bei den getroffenen Radaranlagen handelt es sich um militärische Frühwarnsysteme zur Luftverteidigung und nicht um Technologien zur Wetterbeeinflussung.

Fakten

Tabellen mit Jahresniederschlagswerten des Iran (I, II, III) zeigen, dass es in den vergangenen fünf Jahren regelmäßig Niederschläge gab – trotz teils schwerer Dürreperioden. Besonders 2021 lag der Niederschlag historisch niedrig, von einem völligen Ausbleiben von Regen über fünf Jahre kann jedoch keine Rede sein.

Der in dem Video eingeblendete Focus-Artikel vom 4. März 2026 (bei 0:24) berichtet über einen Angriff auf ein US-Frühwarnradarsystem in Katar, der sich bereits Ende Februar ereignete. In den darauffolgenden Wochen kam es im Iran jedoch nicht zu außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen. In Teheran beispielsweise fiel starker Regen erst am 16., 27. und 28. März 2026.

Zwar war der März regional niederschlagsreicher als der Durchschnitt, doch ein außergewöhnliches Extremereignis lässt sich daraus nicht ableiten. Auch vor Beginn des Iran-Kriegs wurde in der ersten Februarhälfte in Teheran leicht überdurchschnittlicher Niederschlag gemessen, während der April wieder unter dem Durchschnitt lag.

In dem Clip ist zudem von «vollen Staudämmen» die Rede. Dazu sind im Hintergrund (bei 0:28) allerdings Aufnahmen von einem Staudamm zu sehen, der sich im Oman und nicht im Iran befindet. Ein KI-Bild wird bei 0:20 in Bezug auf die US-Radaranlagen eingeblendet.

Dementi der iranischen Wetterorganisation

Für eine langjährige Wettermanipulation im Iran durch die USA lassen sich keinerlei Belege finden. Laut der Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) ist der Klimawandel ein zentraler Faktor für die wiederkehrenden Dürren. Hinzu kommen Bevölkerungswachstum, wasserintensive Landwirtschaft, Urbanisierung und ineffizientes Wassermanagement, die die Lage im Iran zusätzlich verschärfen.

Auch die iranische meteorologische Organisation hat die Behauptung zurückgewiesen, US-Radaranlagen könnten Niederschläge beeinflussen. In einer über die Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Stellungnahme heißt es, es gebe keinerlei wissenschaftliche Grundlage für einen solchen Zusammenhang. Fachleute betonen, dass Wetter- und Militärradare lediglich elektromagnetische Wellen zur Erfassung von Objekten oder meteorologischen Daten aussenden. Die dabei eingesetzte Energie sei jedoch viel zu gering, um Wetterprozesse wie Wolkenbildung oder Regen zu beeinflussen.

Wetterbeeinflussung mittels Cloud Seeding

Einige Beiträge nehmen zudem Bezug auf Wetterbeeinflussung durch das sogenannte Cloud Seeding. Dabei handelt es sich um ein reales Verfahren, das unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und laut Berichten auch im Iran eingesetzt wird. Durch das Einbringen von Partikeln wie Silberiodid in vorhandene Wolken kann die Wahrscheinlichkeit von Niederschlag erhöht werden. Die Methode kann aber keine neuen Wolken erzeugen. Wissenschaftler erklärten gegenüber der Deutschen Welle (DW), dass Cloud Seeding nicht geeignet ist, großräumige Wetterveränderungen oder extreme Regenereignisse auszulösen. Es kann allenfalls lokale Niederschläge geringfügig verstärken.

Insgesamt gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die USA oder andere Akteure das Wetter im Iran durch Radarsysteme oder ähnliche Technologien beeinflussen können. Aussagen über eine gezielte Steuerung von Regenfällen durch militärische Technik gelten daher als unbelegte und irreführende Behauptungen.

(Stand: 29.5.2026)

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Iran, Umwelt

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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