Bewertung
Die Abbildung zeigt eine Fotomontage, keine echte Klingeltafel. Sie ist schon seit mehreren Jahren online und macht in unterschiedlichen, leicht abgeänderten Varianten immer wieder die Runde, insbesondere auf Social Media.
Fakten
Schon auf den ersten Blick macht die Abbildung den Eindruck, zumindest teilweise bearbeitetet worden zu sein. Rund um die Namensschilder sind keine Spiegelungen oder Schattierungen zu sehen. Zudem sieht es so aus, als würden die Namensschilder teilweise über das jeweilige Klingelfeld hinausragen.
Vor allem das Feld mit dem Namen «Meier» wirkt nachbearbeitet: einerseits wegen der herausstechenden Schrift; andererseits, weil die Klingelplatte leicht gekippt, das weiße Namensschild hingegen exakt horizontal aufgerichtet ist – als wäre es hineingeschnitten worden.
Eine Bilderrückwärtssuche führt zu mehreren Ergebnissen, die zeigen, dass zumindest das beschriebene Klingelfeld oben links nachbearbeitet wurde. Denn ähnliche Bilder sind schon in anderen Ländern im Netz viral gegangen, zum Beispiel in Italien und in Spanien. Im ersten Fall zeigt das Namensschild oben links statt «Meier» den italienischen Namen «Fumagalli», im zweiten den spanischen Namen «Martinez».
Ein Faktencheck der Nachrichtenagentur AFP aus dem Jahr 2018 zur spanischen Variante zeigt, dass die Abbildung damals bereits mehrere Jahre in Umlauf war. Es handelt sich demnach um eine Fotomontage.
Das bestätigt auch eine Recherche der französischen Huffington Post. Die Zeitung hatte damals über das Klingelbrett berichtet, nachdem Jean Messiha, ein französischer Rechtsaußen-Politiker, die Fotomontage auf X, damals noch Twitter, gepostet hatte. Laut Bericht soll die Fotomontage mit den vielen internationalen Namen als vermeintlicher Beleg für die rechtsextreme Verschwörungstheorie des sogenannten «großen Austauschs» durch Menschen mit Migrationsgeschichte gedient haben.
(Stand: 4.5.2026)
