Bewertung
Dafür, dass während der Corona-Pandemie gefälschte Bilder aus der italienischen Stadt Bergamo kursierten, gibt es keinen Beleg. Über die Wirkung vor allem eines Fotos aus dem März 2020 wurde in den Medien diskutiert.
Fakten
Der verbreitete Clip enthält Ausschnitte eines längeren Interviews mit Wolfgang Kubicki. Die Passage zu Bergamo fällt bei Minute 18:18. Kubicki bezieht sich auf «die Bilder von Bergamo», ohne ein konkretes Foto zu nennen.
Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur schrieb ein Sprecher aus Kubickis Büro: «Die Aussage kann sich nur auf die Bilder von Militärkonvois beziehen, die sich tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben haben.» Er verwies auf einen Artikel des BR von 2021, der sich um die Wirkung vor allem eines Motivs dreht.
Es handelt sich dabei um ein Handybild des Flugbegleiters Emanuele di Terlizzi vom 18. März 2020. Es zeigt Militärfahrzeuge, die nachts durch Bergamo fahren, um Särge aus überfüllten Krematorien abzutransportieren. Die Bilder sind nach Recherchen des BR authentisch. Auch der Sprecher aus Kubickis Büro zweifelt deren Echtheit nicht an, behauptet aber, dass «sie bis heute als Beleg für einen Katastrophenfall herangezogen» würden – und das sei «schlicht „fake“».
Über die Überlastung der Bestattungsdienste in der Region während der ersten Covid-19-Welle wurde umfassend berichtet. Es existieren viele Fotos der Lastwagen von unterschiedlichen Fotografen, die für Presseagenturen arbeiten (etwa hier, hier und hier).
(Stand: 15.12.2025)
