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Falsch. Die japanische Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Es gibt kein Gesetz, das den Islam oder seine Ausübung verbietet oder einschränkt.
Fakten
Die japanische Verfassung garantiert in Artikel 20 die Religionsfreiheit. Ein Gesetz, das diese einschränkt, würde daher gegen diesen Verfassungsgrundsatz verstoßen.
Die Abteilung für religiöse Angelegenheiten des japanischen Amts für kulturelle Angelegenheiten (untersteht dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium) erklärte gegenüber dem Japan Fact-Check Center (JFC): Abgesehen von Verstößen gegen geltende Bauvorschriften, «sind uns keine Fälle bekannt, in denen der Bau von Moscheen gestoppt wurde».
Zwar gibt es lokale Petitionen, unter anderem gegen den Bau einzelner islamischer Gotteshäuser, sowie gegen Halal-Schulmittagessen und öffentliche Gebete (etwa hier oder hier). Petitionen sind jedoch keine Gesetze, und ein nationales Verbot dazu ist nicht belegt.
Der Abteilung für religiöse Angelegenheiten ist außerdem weder ein nationales Burka-Verbot noch ein Gesetzentwurf bekannt, der ein solches Verbot künftig vorsieht. «Wir vertreten nicht die Position, individuelle religiöse Praktiken vorzuschreiben oder zu unterbinden», sagte ein Vertreter dem JFC.
Anti-Einwanderungs-Accounts verbreiten Falschmeldungen
Jeffrey Hall, Dozent für internationale Politik an der Kanda-Universität in Chiba (bei Tokio), stellt fest, dass vor allem Anti-Einwanderungs-Accounts die Falschmeldung über angebliche anti-islamische Maßnahmen in Japan verbreiten. Auch er betont, dass es für diese Gerüchte «keinerlei Beweise» gebe. Die Profile erzielten «Werbeeinnahmen durch die Veröffentlichung unkorrigierter Lügen über Japan», so der Wissenschaftler.
Video aus Parlament zeigt ganz anderen Sachverhalt
Teilweise wird die Falschbehauptung zusammen mit einem Video aus dem japanischen Parlament verbreitet – so etwa auch vom AfD-Bundestagsabgeordneten Erhard Brucker.
Dabei wird der Eindruck erweckt, dieser Clip zeige eine Abstimmung über Religionsfragen. Stattdessen aber ist die Auflösung des Unterhauses am 23. Januar 2026 zu sehen, nachdem die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi Neuwahlen angekündigt hatte.
Muslime sind wachsende Bevölkerungsgruppe
Unter den rund 124 Millionen Einwohnern Japans bilden Muslime zwar eine kleine Minderheit, ihre Zahl hat jedoch in den letzten zwanzig Jahren deutlich zugenommen – von etwa 70.000 im Jahr 2006 auf geschätzte 420.000 im Jahr 2024.
Dieser Anstieg lässt sich vor allem durch die Migrationspolitik erklären, die dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken soll. Dies führt jedoch mitunter zu Spannungen.
(Stand: 4.6.2026)
