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Angeblicher Merz-Post zu Henry Nowak ist eine Fälschung

Achtung: Dieser Faktencheck verlinkt zu Bildern und Videos, die Gewalt zeigen und verstörend wirken können.

Der Mord an Henry Nowak sorgt in Großbritannien für Aufruhr. Nowak wurde im Dezember 2025 in Southampton niedergestochen. Die Polizei schenkte jedoch dem Täter Glauben, der behauptete, rassistisch beleidigt worden zu sein und sich als Opfer darstellte. Die schweren Verletzungen Nowaks waren zunächst nicht sichtbar. Ihm wurden Handschellen angelegt, obwohl er bereits im Sterben lag.

Der Fall fand international Beachtung. So teilte US-Multimilliardär Elon Musk mehrfach Beiträge auf seiner Social-Media-Plattform X zu der Kontroverse um den Mord. Doch hat sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz in die Diskussion auf X eingemischt, wie ein Screenshot nahelegen soll?

Bewertung

Der Screenshot ist gefälscht. Vom X-Account des Bundeskanzlers wurde nach Angaben des Bundespresseamts zu keinem Zeitpunkt ein Beitrag über Henry Nowak veröffentlicht. Auch mehrere formale Abweichungen von echten X-Posts sprechen gegen die Echtheit des Screenshots.

Fakten

Auf den ersten Blick sieht der Screenshot wie ein Post vom X-Account des Bundeskanzlers aus. Eine Suche nach «Nowak» führt dort jedoch zu keinem Ergebnis. Wurde der Beitrag eventuell inzwischen wieder gelöscht, wie in dem Post mit dem Screenshot behauptet wird?

Ein Regierungssprecher teilt auf dpa-Anfrage mit, dass auf dem X-Account des Bundeskanzlers, @bundeskanzler, zu keinem Zeitpunkt ein Beitrag veröffentlicht wurde, in dem Henry Nowak erwähnt wurde. Es finden sich auch keine archivierten Fassungen des angeblichen Beitrags.

Post und Bild nicht authentisch

Dass es sich um eine Fälschung handelt, zeigt ein Vergleich mit einem echten X-Post:

  • Beim angeblichen Post zu Nowak sind weder bei «Antworten» noch bei «Reposten» oder «Gefällt mir» Zahlen angegeben.
  • Die Angabe, wie oft der Post angezeigt wurde, die normalerweise neben dem Zeitstempel zu sehen ist, fehlt.
  • Der Abstand zwischen Text und Bild ist größer als bei echten X-Posts.
  • In der aktuellen Darstellung echter X-Posts erscheint neben den drei Punkten oben rechts üblicherweise das Logo des KI-Chatbots Grok; im Screenshot fehlt es.

Doch nicht nur der Post wurde gefälscht, auch das Bild im Screenshot ist kein echtes Foto. Es ähnelt zwar den Bodycam-Aufnahmen, die am Tatort entstanden sind. Bildfehler zeigen aber, dass es digital nachbearbeitet wurde.

(Stand: 4.6.2026)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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