Name der Hantaviren geht auf Ursprung in Südkorea zurück - Featured image

Name der Hantaviren geht auf Ursprung in Südkorea zurück

Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff hat viele Verschwörungserzählungen wieder aufleben lassen. Auch zum Namen des Virus verbreiten sich in Sozialen Medien Behauptungen, laut denen dieser aus dem Hebräischen stammen und übersetzt «Betrug» oder «Unsinn» bedeuten soll. «Ist das nur ein Zufall?», fragt ein Nutzer.

Bewertung

Das Hantavirus wurde nach dem Fluss Hantan in Südkorea benannt. Ein hebräisches Wort für Unsinn wird häufig als «kharta», «harta» oder «chartah» transkribiert. Es gibt keine belastbaren Belege dafür, dass es im Hebräischen ein Wort «Hanta» mit derselben Bedeutung gibt.

Fakten

Der Name des Hantavirus stammt vom Fluss Hantan in Südkorea. Dort – im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea – erkrankten in den 1950er Jahren Soldaten an dem «koreanischen hämorrhagischen Fieber».

Ende der 1970er Jahre entdeckten Wissenschaftler erstmals das dafür verantwortliche Virus, es wurde nach dem Grenzfluss benannt. Mittlerweile sind laut dem deutschen Robert Koch-Institut mehrere Hantavirus-Arten bekannt, manche von ihnen können ernste Erkrankungen beim Menschen hervorrufen.

«Echo der Coronazeit»

Die Behauptung reiht sich ein in verschiedene Narrative rund um das aktuell im Fokus stehende Virus. Dass das Wort «Hanta» im Hebräischen nicht existiert, hat Mimikama in einem Faktencheck ausführlich dargelegt. «Hanta» sei weder ein belegtes hebräisches Wort noch habe es eine hebräische Wurzel, heißt es dort.

Im Hebräischen existiert zwar das Slangwort חרטא, das sich mit «Unsinn, Quatsch» («bullshit») übersetzen lässt. Allerdings wird es mit «kharta», «harta» oder «chartah» transkribiert – und nicht mit «hanta». Das ähnlich klingende hebräische Wort «khanta» oder «chanta» wird hingegen mit «heranreifende Frucht» übersetzt.

(Stand: 29.5.2026)

Fact Checker Logo

Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen