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Spielplatz in Wien zeigt Taj-Mahal-Nachbau, keine Moschee

Wenn es um Kinder geht, lässt sich in sozialen Medien schnell Aufregung produzieren. Im September 2025 verbreitet sich ein Video aus Wien, das vermeintlich «eine Moschee auf einem Kinderspielplatz» zeigen soll. «Das habe ich noch nie gesehen», sagt der Kameramann. Kommentare im Netz unken über eine angebliche «Islamisierung».

Bewertung

Falsch. Das Klettergerüst ist der Nachbau einer Sehenswürdigkeit in Indien, des berühmten Grabmals Taj Mahal. Den Spielplatz in Wien gibt es seit bald 20 Jahren.

Fakten

Der Spielplatz, um den es in dem Clip geht, befindet sich in der Wiener Innenstadt nahe der U-Bahn-Station Kaisermühlen. Eröffnet wurde dieser «Spielplatz der Kontinente» nach Angaben der Stadt Wien bereits im Jahr 2007.

Schon damals schreibt das Rathaus, «Kinder aller Altersklassen können dort spielerisch eine Reise um die Welt antreten». Zu sehen sind demnach bereits bei der Eröffnung Palmen und Affen (Afrika), Sehenswürdigkeiten wie der indische Taj-Mahal (Asien), Koala-Bären auf Eukalyptusbäumen (Australien), Tipis der amerikanischen Ureinwohner oder der Turm aus dem Märchen Rapunzel (Europa). Beim heutigen Blick auf den Spielplatz sind diese Einrichtungen weiterhin zu sehen.

Taj Mahal ist ein Grabmal, keine Moschee

Der Taj Mahal in der indischen Stadt Agra am Fluss Yamuna ist ein Mausoleum aus dem 17. Jahrhundert. Der berühmte Kuppelbau mit den vier Minaretten wurde vom indischen Herrscher Shah Jahan für seine Lieblingsfrau errichtet, die bei der Geburt eines Kindes gestorben war. Der Taj Mahal ist das Grabmal des Großmoguls und seiner Frau.

Das vielbesuchte Weltkulturerbe gilt als Juwel der indo-islamischen Architektur und als Symbol großer Liebe. Der Taj Mahal selbst ist keine Moschee. Auf dem Gelände wurden wenige Jahre später etwa eine Moschee und ein Gästehaus fertiggestellt.

Idee einer angeblichen Islamisierung bei Rechtsextremen verbreitet

Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist Islamfeindlichkeit «für weite Bereiche des Rechtsextremismus ein bedeutendes Ideologieelement». Demnach wird versucht, Ängste vor vermeintlicher «Überfremdung» beziehungsweise Vorurteile gegenüber der Religion des Islam beziehungsweise Muslimen selbst zu erzeugen oder entsprechende Vorbehalte zu schüren. Rechtsextremisten verbreiteten die These einer vermeintlich «drohenden Islamisierung Europas».

(Stand: 3.9.2025)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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