Bewertung
Das Video ist aktuell, aber nicht aus Venezuela. Es zeigt Exil-Venezolaner in Chile. In dem Land selbst gab es – wohl auch aus Furcht vor der weiter amtierenden autokratischen Regierung – kaum große Versammlungen.
Fakten
Anhand einiger Details in dem Video lässt sich herausfinden, wo es aufgenommen wurde. Zum Beispiel ist nach rund 53 Sekunden das Schild einer Apotheken-Kette aus Chile zu sehen. Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine Pizzeria, die zu einer ebenfalls chilenischen Kette gehört.
Der genaue Aufnahmeort befindet sich demnach an einer Straßenkreuzung in Chiles Hauptstadt Santiago. Dort hatten sich am 3. Januar nach Bekanntwerden der Gefangennahme von Maduro Demonstranten eingefunden, die die Aktion des US-Militärs bejubelten. Ein Video der spanischen Nachrichtenagentur EFE zeigt dieselbe Menschenmenge wie die Aufnahme, die in den sozialen Netzwerken geteilt wird. Auch auf Fotos der US-Nachrichtenagentur AP ist die Kundgebung in Santiago zu sehen (siehe Beitragsbild zu diesem Faktencheck).
Zurückhaltung in Venezuela
In vielen Ländern, vor allem in Lateinamerika, hatte die Nachricht von Maduros Gefangennahme für Versammlungen auf den Straßen gesorgt. Zu der Kundgebung in Santiago de Chile kamen laut EFE Exil-Venezolaner, die die Opposition des Landes unterstützen.
Aus Venezuela selbst wurde nur von verhaltener Freude über den Sturz Maduros berichtet – bedingt offenbar auch durch die Angst vor Verfolgung durch die venezolanische Regierung, die nun von Maduros bisheriger Stellvertreterin angeführt wird. Fotos aus der Hauptstadt Caracas zeigen vielmehr Maduro-Anhänger, die gegen die Intervention der USA auf die Straße gingen. Mehrere Millionen Venezolaner, viele davon Anhänger der Opposition, haben das Land in den vergangenen Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise und der autoritären Führung verlassen.
Wie es für Venezuela weitergeht und wie sich das Verhältnis zu den USA entwickelt, ist unklar. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, das Land vorübergehend zu «führen». In Caracas hat die Maduro-Vertraute Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin übernommen. Die venezolanische Opposition ist bislang nicht an einer Neuausrichtung des Landes beteiligt.
(Stand: 7.1.2026)
