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Zehn-Prozent-Kontogebühr? Banken widersprechen Falschmeldung

Gestiegene Kosten im Alltag sind für viele Bürgerinnen und Bürger ein Ärgernis. Nun kursiert in sozialen Medien ohne Quellenangabe, dass angeblich neue Gebühren drohen: Ab dem 20. Mai sollen alle Banken in Deutschland eine Kontoeingangsgebühr von zehn Prozent eingeführt haben. Bei jedem Geldeingang soll diese anteilige Gebühr abgezogen werden. Gibt es dafür Beweise?

Bewertung

Falsch und frei erfunden. Banken müssen Kunden immer um Zustimmung zu neuen Gebühren bitten und Informationen darüber veröffentlichen – diese fehlen hier. Es gibt in Deutschland also keine neuen Gebühren für Kontoeingänge.

Fakten

Es finden sich keine seriösen Berichte über die Existenz einer solchen Gebühr für Eingänge auf dem Konto. Wäre sie echt, wären bei einer so weitreichenden Änderung vielfach Informationen zu finden.

Schon 2021 hat der Bundesgerichtshof festgelegt: Banken und Sparkassen dürfen Kontogebühren nur mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Kunden erhöhen. Kontoinhaber müssen also zwingend informiert werden und aktiv zustimmen, wenn ihre Bank neue Gebühren einführt.

In den Verzeichnissen für Preise und Leistungen großer Banken, etwa bei der Deutschen Bank, der Commerzbank oder der ING, finden sich keinerlei Hinweise auf Kontoeingangsgebühren.

Banken und Sparkassen weisen Falschinformationen zurück

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigten mehrere Banken, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.

Ein Sprecher der Deutschen Kreditwirtschaft, einem Zusammenschluss der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände, bezeichnete die Behauptung über die Kontoeingangsgebühr als «frei erfunden». Der Beitrag enthalte auch sachliche Fehler: «So werden beispielsweise die Begriffe „Steuern“ und „Gebühren“ vermischt, obwohl Banken keine eigenen Steuern erheben können», so der Sprecher.

Ein Sprecher der Deutschen Bank teilte mit, eine Gebühr für Kontoeingänge werde «weder von der Deutschen Bank noch von der Postbank erhoben – das gilt für Privatkonten ebenso wie für Geschäftskonten. Eine entsprechende Gebühr ist auch nicht geplant.» Auch ein Sprecher der Sparkassen-Finanzgruppe bestätigte, dass eine Kontoeingangsgebühr «Unsinn» sei.

Falschmeldungen über angebliche neue Gebühren oder auch vermeintliche Einschränkungen bei der Bargeldversorgung kursieren immer wieder – sie machen sich die Sorgen vieler Menschen für höheren Lebenshaltungskosten und die Vorliebe der Deutschen für Bargeld zunutze, um Stimmung zu machen und Menschen in die Irre zu führen.

(Stand: 27.5.2026)

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Wirtschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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