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«Harta» ist ein hebräischer Ausdruck für «Unsinn» – nicht «hanta»

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen alle Verdachts- und bestätigten Fälle isoliert worden und stehen unter medizinischer Beobachtung. Derweil kommen mehr und mehr Falschinformationen mit Bezug zum Virus in den Umlauf. Angeblich soll der Begriff «Hanta» im Hebräischen für Unsinn, Betrug, Lüge oder «Geschwätz» stehen.

Bewertung

Es gibt keine Belege dafür, dass es im Hebräischen ein Wort «Hanta» mit dieser Bedeutung gibt.

Fakten

In Hebräisch-Wörterbüchern ist das Wort «Hanta» in dieser Form nicht zu finden.

Als Bibelwissenschaftler an der Uni Halle beschäftigt sich Stefan Schorch seit Jahren mit der hebräischen Schrift und Sprache, er ist derzeit Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem. «Ein solches Wort ist mir in keiner Form des Hebräischen bekannt, nicht in der Literatur und nicht im Slang», schrieb Schorch der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage per Mail.

Als echten hebräischen Begriff für Unsinn und Lüge nennt Schorch etwa «Schtut», das «als „Stuß“ in auch in einigen deutschen Dialekten bekannt ist», in welche es aus dem Jiddischen übernommen worden sei.

«Harta» und «hanta»

Peter Stein, Professor für Semitistik in Jena, schrieb der dpa: «Ich kann Ihnen dazu nur so viel sagen, dass sich eine solche Bedeutung in den mir vorliegenden Nachschlagewerken zum Neuhebräischen nicht nachweisen lässt.» Das «Bedeutungsfeld der zugrundeliegenden Wurzel „חנט“» bewege sich um «Früchte ansetzen» oder «einbalsamieren».

Ähnliches teilte die Wissenschaftlerin Vera Meyer-Laurin der dpa mit, die an der Ludwig-Maximilians-Universität München Hebräisch lehrt. «Es gibt im „gewöhnlichen“ Hebräisch (also nicht Slang) nur die Verbform /hantá/ bzw. /chantá/ (Betonung auf der letzten Silbe) die „sie hat einbalsamiert“ oder „ist herangereift“ bedeuten kann.»

Möglicherweise rührt die verfälschende Information vom hebräischen Slangwort חרטא – das in der Tat für «Unsinn, Quatsch» («bullshit») steht. Allerings wird es mit «kharta», «harta» oder «chartah» transkribiert – und nicht mit «hanta». «Es handelt sich um ein Lehnwort aus dem Arabischen», schrieb Bibelwissenschaftler Schorch der dpa.

Ursprung des Namens

Der Name des Hantavirus stammt vom Fluss Hantan in Südkorea. Dort – im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea – erkrankten in den 1950er Jahren Soldaten an dem «koreanischen hämorrhagischen Fieber».

Ende der 1970er Jahre entdeckten Wissenschaftler erstmals das dafür verantwortliche Virus, es wurde nach dem Grenzfluss benannt. Mittlerweile sind laut dem deutschen Robert Koch-Institut mehrere Hantavirus-Arten bekannt, manche von ihnen können ernste Erkrankungen beim Menschen hervorrufen.

Der AI-Dienst Grok der Plattform X hatte auf Anfrage eines Users die falsche Auskunft gegeben. Manche falsche Narrative rund um das Hantavirus erinnern an die ähnliche Lage während der Corona-Pandemie.

(Stand: 1.6.2026)

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Wissenschaft, Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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