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Fake-Bericht über angebliche Flüchtlingsaufnahme in Ostdeutschland

Es ist mittlerweile ein übliches Vorgehen: Akteure geben sich auf gefälschten Webseiten als etablierte Medien aus und verbreiten in deren Namen Falschinformationen. Aktuell kursiert beispielsweise die Behauptung, im Osten Deutschlands sei eine größere Ansiedlung von Migranten geplant und das Axel-Springer-Medium «Politico» habe darüber berichtet. In einem Facebook-Post heißt es dazu: «Deutschland bereitet sich auf die Aufnahme von bis zu 400.000 palästinensischen Flüchtlingen vor, die alle auf die ostdeutschen Bundesländer verteilt werden sollen.»

Bewertung

Die Nachricht stimmt nicht, die zugrundeliegende Webseite ist gefälscht.

Fakten

Ausgangspunkt der Behauptung ist eine Webseite mit einem englischsprachigen Bericht, die angeblich von «Politico» sein soll. Doch die URL der Webseite («politico-24.com») stimmt nicht mit der offiziellen Internetseite des Mediums («politico.com») überein. Das ist schon ein deutliches Indiz für eine Fälschung. Ein Pressesprecher des Axel-Springer-Verlags teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage schriftlich mit: «“politico-24.com“ ist keine zu POLITICO gehörende Domain, der zitierte Artikel ist eine Fälschung.»

Die Verteilung von erstmals in Deutschland ankommenden Flüchtlingen auf die Bundesländer erfolgt nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel. Das soll gewährleisten, dass Bundesländer mit höherer Wirtschaftskraft entsprechend mehr Geflüchtete aufnehmen. Eine ausschließliche Verteilung einzig auf Bundesländer im Osten, wie im Artikel behauptet, ist also gar nicht möglich.

Zusammenhang mit russischem Propagandaprojekt?

Das Online-Rechercheprojekt Gnida ordnet die gefälschte Webseite einem Desinformationsakteur zu, der unter dem Namen «Storm 1516» bekannt ist. Der Bundesnachrichtendienst hatte im Dezember 2025 Russland als «zentralen Akteur» hinter dem «Kampagnennetzwerk Storm 1516» bezeichnet. Das hatte zur Folge, dass der russische Botschafter in das deutsche Außenministerium bestellt wurde.

Die Gruppe «Storm 1516» verbreitet vor allem prorussische Desinformation, die in erster Linie die ukrainische Regierung diskreditieren soll.

(Stand: 17.3.2026)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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