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Im Fall Nowak kursieren falsche Polizistennamen im Netz

Bodycam-Aufnahmen von der Festnahme des Mordopfers Henry Nowak haben im Vereinigten Königreich zu Protesten gegen das Vorgehen der Polizei geführt. Nowak wurde im Dezember 2025 in Southampton niedergestochen. Die Polizei legte dem Sterbenden aber Handschellen an, weil der Täter behauptete, als Anhänger der Sikh-Religion von Nowak rassistisch beleidigt worden zu sein. Die schweren Verletzungen Nowaks waren zunächst nicht sichtbar. Der Angreifer ist inzwischen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Im Internet behaupten Menschen, die Identität der beteiligten Polizisten zu kennen. Auch in deutschen X-Posts werden Namen verbreitet – obwohl die Polizei keinen der beteiligten Beamten genannt hat. Es werden zudem Fotos der angeblich verantwortlichen Beamten ohne Namensnennung geteilt und kommentiert. Dabei war der gezeigte Tristan Parsons gar nicht am Ort des Geschehens.

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Tristan Parsons war nicht in den Fall verwickelt. Das bestätigte die britische Polizei der dpa. Zudem liegen Beweise vor, dass Parsons zum Zeitpunkt der Tat nicht in Großbritannien war.

Fakten

Neben Tristan Parsons wird in diesem Fall die ehemalige Polizistin Christi Hill fälschlicherweise genannt. Hill schrieb auf ihrem LinkedIn-Profil, dass sie schon seit April 2024 nicht mehr bei der Polizei von Hampshire tätig ist. Der Mord an Henry Nowak ereignete sich am 3. Dezember 2025, also mehr als anderthalb Jahre später.

Wie genau Tristan Parsons und Christi Hill ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerieten, ist nicht ganz klar. Im Jahr 2021 wurden sie gemeinsam in einer Veröffentlichung der britischen Polizei erwähnt, in der sie für ihren Heldenmut gelobt wurden – sie hatten nämlich außerhalb ihrer Arbeitszeit einen Einbrecher überwältigt. Vermutlich wurden ihre Namen aus der Broschüre entnommen.

Ein britisches Nachrichtenmedium («Southern Daily Echo») benannte am 29. Mai einen Polizisten mit dem Namen «Parsons» als einen der beteiligten Beamten. Wie genau das «Daily Echo» an diesen Namen gelangt ist, blieb in dem Beitrag unklar. Ebensowenig gibt es in dem Artikel einen Hinweis, ob damit Tristan Parsons gemeint ist. Später widmete das Medium der Tatsache, dass die Beamten in dem Fall zu Unrecht beschuldigt worden waren, einen weiteren Artikel.

Es gibt tatsächlich Beweise dafür, dass der Polizist namens Tristan Parsons nicht an den Vorfällen um den Tod von Henry Nowak beteiligt war. Ein Überblick:

Die polizeiliche Untersuchung

Derzeit führt die Aufsichtsbehörde für polizeiliches Verhalten (IOPC) eine Untersuchung zum Vorgehen der Polizei durch.

Der Polizeiverband Hampshire teilte den Faktenprüfern von Full Fact mit, dass weder Christi Hill noch Tristan Parsons an dem Vorfall beteiligt waren. Der dpa schrieb die Polizeibehörde auf Nachfrage: «Ein Polizeibeamter, der in keinem Zusammenhang mit diesem Fall steht, wurde online fälschlicherweise identifiziert und erhielt Morddrohungen.» Die große Verbreitung von Falschinformationen im Internet «durch Personen, die darauf aus sind, weitere Angst und Spaltung zu schüren», sei inakzeptabel.

In New York

Die Faktenprüfer von Reuters gingen noch einen Schritt weiter und nahmen Kontakt zu einem Verwandten von Parsons auf. Dieser legte ein Foto vor, wonach sich Parsons zwei Stunden vor dem angeblichen Vorfall in Southampton in New York aufhielt. Außerdem zeigte der Angehörige einen Screenshot des Rückflugs von Parsons von New York nach England. Dieser Rückflug fand am 6. Dezember statt, drei Tage nach dem Vorfall.

Ein weiterer Beleg für Parsons‘ Anwesenheit in New York im genannten Zeitraum: Er gab eine Google-Bewertung für ein Restaurant in Manhattan ab, die auf den 5. Dezember datiert ist.

(Stand: 10.6.2026)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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