Im Internet behaupten Menschen, die Identität der beteiligten Polizisten zu kennen. Auch in deutschen X-Posts werden Namen verbreitet – obwohl die Polizei keinen der beteiligten Beamten genannt hat. Es werden zudem Fotos der angeblich verantwortlichen Beamten ohne Namensnennung geteilt und kommentiert. Dabei war der gezeigte Tristan Parsons gar nicht am Ort des Geschehens.
Bewertung
Tristan Parsons war nicht in den Fall verwickelt. Das bestätigte die britische Polizei der dpa. Zudem liegen Beweise vor, dass Parsons zum Zeitpunkt der Tat nicht in Großbritannien war.
Fakten
Wie genau Tristan Parsons und Christi Hill ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerieten, ist nicht ganz klar. Im Jahr 2021 wurden sie gemeinsam in einer Veröffentlichung der britischen Polizei erwähnt, in der sie für ihren Heldenmut gelobt wurden – sie hatten nämlich außerhalb ihrer Arbeitszeit einen Einbrecher überwältigt. Vermutlich wurden ihre Namen aus der Broschüre entnommen.
Ein britisches Nachrichtenmedium («Southern Daily Echo») benannte am 29. Mai einen Polizisten mit dem Namen «Parsons» als einen der beteiligten Beamten. Wie genau das «Daily Echo» an diesen Namen gelangt ist, blieb in dem Beitrag unklar. Ebensowenig gibt es in dem Artikel einen Hinweis, ob damit Tristan Parsons gemeint ist. Später widmete das Medium der Tatsache, dass die Beamten in dem Fall zu Unrecht beschuldigt worden waren, einen weiteren Artikel.
Es gibt tatsächlich Beweise dafür, dass der Polizist namens Tristan Parsons nicht an den Vorfällen um den Tod von Henry Nowak beteiligt war. Ein Überblick:
Die polizeiliche Untersuchung
Derzeit führt die Aufsichtsbehörde für polizeiliches Verhalten (IOPC) eine Untersuchung zum Vorgehen der Polizei durch.
Der Polizeiverband Hampshire teilte den Faktenprüfern von Full Fact mit, dass weder Christi Hill noch Tristan Parsons an dem Vorfall beteiligt waren. Der dpa schrieb die Polizeibehörde auf Nachfrage: «Ein Polizeibeamter, der in keinem Zusammenhang mit diesem Fall steht, wurde online fälschlicherweise identifiziert und erhielt Morddrohungen.» Die große Verbreitung von Falschinformationen im Internet «durch Personen, die darauf aus sind, weitere Angst und Spaltung zu schüren», sei inakzeptabel.
In New York
Die Faktenprüfer von Reuters gingen noch einen Schritt weiter und nahmen Kontakt zu einem Verwandten von Parsons auf. Dieser legte ein Foto vor, wonach sich Parsons zwei Stunden vor dem angeblichen Vorfall in Southampton in New York aufhielt. Außerdem zeigte der Angehörige einen Screenshot des Rückflugs von Parsons von New York nach England. Dieser Rückflug fand am 6. Dezember statt, drei Tage nach dem Vorfall.
Ein weiterer Beleg für Parsons‘ Anwesenheit in New York im genannten Zeitraum: Er gab eine Google-Bewertung für ein Restaurant in Manhattan ab, die auf den 5. Dezember datiert ist.
(Stand: 10.6.2026)
