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Jubel ist kein Grund, Autokorsos zu stoppen

Autokorsos gehören seit Jahrzehnten zu großen Fußballturnieren dazu. Nach Siegen der deutschen Nationalmannschaft etwa fahren Fans hupend durch Innenstädte und feiern gemeinsam. In sozialen Netzwerken wird nun behauptet, Autokorsos zur WM seien verboten oder würden aufgelöst, wenn Fans den Sieg der deutschen Nationalmannschaft feiern. Als Beleg werden Polizeieinsätze nach Fußballspielen angeführt. Kann das sein?

Bewertung

Polizeibehörden lösen Autokorsos nicht einfach wegen des Feierns eines bestimmten Sieges auf. Solche Maßnahmen erfolgen nach ihren Angaben nur dann, wenn allgemein Verkehrsregeln verletzt werden oder Gefahren für die öffentliche Sicherheit entstehen.

Fakten

Einen jüngst in Bochum erfolgter Stopp eines WM-Autokorsos nach dem Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft nehmen manche in sozialen Netzwerken zum Anlass, von einem generellen Verbot zu sprechen. Die Polizei Bochum stellt dazu klar, dass jubelnde Menschen allein kein Grund seien, Autokorsos zu beenden. Solange die Teilnehmer die Verkehrsregeln beachten und keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden oder behindern würden, begegne die Polizei den Feiernden in der Regel mit Gelassenheit, sagt ein Sprecher der Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Einschreiten oder die Auflösung eines Korsos erfolgen dagegen lediglich bei konkreten Verkehrsverstößen oder Sicherheitsrisiken – und zwar unabhängig von der Nationalität, die gerade feiert. Das war in Bochum nach dem deutschen Auftaktsieg der Fall, weil Busse nicht mehr ungehindert den Zentralen Omnibusbahnhof anfahren konnten.

Auf dem Berliner Ku’damm zeigen Autokorsos regelmäßig Flagge

Dass Autokorsos während der laufenden WM grundsätzlich geduldet werden, zeigt auch ein aktuelles Beispiel aus Berlin: Nach dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft versammelten sich zahlreiche Fans auf dem Kurfürstendamm, der seit Jahren als Treffpunkt für Fußballfeiern gilt. Dort bildeten sich Autokorsos und spontane Jubelfeiern.

Wie es bei Autokorsos rechtlich aussieht

Autokorsos sind nach Paragraf 30 der Straßenverkehrs-Ordnung grundsätzlich nicht vorgesehen, werden aber häufig geduldet. Demnach sind unnötiger Lärm und unnützes Hin- und Herfahren unzulässig. Der Automobilclub ADAC weist deshalb darauf hin, dass die Polizei bei großen Fußballturnieren regelmäßig Augenmaß walten lässt und solche Feiern häufig duldet.

Wer beim WM-Autokorso jedoch gegen Verkehrsregeln verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. Das gilt etwa für das Überfahren roter Ampeln, das Blockieren von Kreuzungen oder Rettungswegen, gefährliche Fahrmanöver oder unzulässiges Dauerhupen. In solchen Fällen greift die Polizei wegen der jeweiligen Verstöße ein – unabhängig davon, ob sie im Rahmen eines WM-Autokorsos oder in einer anderen Situation begangen werden.

(Stand: 19.6.2026)

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Politik, Gesellschaft, Sport

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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