Bewertung
Das Video wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert. Der israelische Ministerpräsident ist auch nach dem angeblichen Vorfall noch öffentlich aufgetreten.
Fakten
Mit Hilfe einer Bilderrückwärtssuche lässt sich ein arabischsprachiger Post vom 17. März 2026 mit einem längeren Video finden, in dem dieselbe Sequenz zu sehen ist. Neben der besseren Qualität enthalten die Bilder zusätzliche Informationen und Metadaten im Stile einer Überwachungskamera.
Gemäß den Angaben soll es sich um eine Aufzeichnung einer Überwachungskamera eines Bunkers handeln. Die Aufnahme sei am 10. März 2026 um kurz vor Mitternacht aufgezeichnet worden. Das gesamte Video erweckt den Eindruck, es zeige einen Nachrichtenbericht des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera. Entsprechend wird das Logo verwendet.
Mehrere Hinweise entlarven Clip als KI-Werk
Doch der Clip weist mehrere Unstimmigkeiten und Fehler auf, die typisch für eine Erzeugung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz sind:
- Die Metadaten der vermeintlichen Überwachungskamera verschwinden im Laufe der Explosion. Zudem springt die Zeitanzeige an einer Stelle von «23:45:10» direkt auf «23:45:17».
- Die Stimme der Sprecherin wirkt roboterhaft, die Personen bewegen sich merkwürdig und verschwinden gar.
- Logische Fehler: Die Kamera filmt auch nach dem vermeintlich tödlichen Raketeneinschlag weiter und bleibt unbeschädigt. Ebenso wirken die Lampen bei Sekunde 17 intakt und befinden sich anscheinend weiter an der Decke – obwohl diese im Zuge der Explosion einzustürzen scheint.
- Die Textfelder am unteren Bildrand entsprechen nicht dem üblichen Layout und Laufband-Design des arabischen Senders. Mehrere Rechtschreibfehler («Israili», «Netan Yaho») deuten ebenfalls auf eine Fälschung hin.
Tatsächlich lassen sich keinerlei Hinweise finden, dass Al Jazeera einen solchen Beitrag wirklich ausgestrahlt hat. Auf der Webseite des Senders existiert kein solcher Bericht. Zudem hat der arabische Sender seinen Sitz in Katar, nicht in China.
Netanjahu trat auch nach dem 10. März öffentlich auf
Im Kontext des Krieges der USA und Israels gegen den Iran kursieren online falsche Informationen über Benjamin Netanjahu. So wurde zu einem echten Video fälschlicherweise behauptet, es zeige den Premierminister mit sechs statt fünf Fingern. Das zeigen dpa-Faktenchecks. In der Folge verbreiteten Nutzerinnen und Nutzer unbelegte Behauptungen und Gerüchte über den vermeintlichen Tod Netanjahus.
Der israelische Regierungschef trat am 19. März 2026 vor die Presse und verkündete, dass er am Leben sei. Bis heute wird regelmäßig auf dem X-Account des israelischen Premierministers publiziert, bisweilen mit einem Videostatement von Netanyahu versehen. Dabei steht er jeweils unverletzt vor den Kameras.
(Stand: 17.4.2026)
