Diesen Eindruck sollen mehrere Videos vermitteln, etwa ein kurzer Clip eines alten Interviews, in dem Buzz Aldrin in einer Talkshow zu sehen ist. «Buzz Aldrin hat mindestens 3-mal vor laufender Kamera die #Mondlandung geleugnet», heißt es in einem Post zu dem Video. In der Szene erwähnt der Moderator, die Mondlandung im Fernsehen gesehen zu haben, woraufhin Aldrin ihn korrigiert und erklärt, es sei eine Animation gewesen.
Bewertung
Buzz Aldrin bezog sich darauf, dass die Fernsehsender zunächst Simulationen der Mondlandung ausstrahlten, während sie auf tatsächliches Filmmaterial warteten. Er bestreitet nicht, auf dem Mond gewesen zu sein. Die anderen Videos beweisen ebenfalls nichts anderes.
Fakten
Der Ausschnitt stammt aus einem Interview von Mai 2000 in der US-Show «Late Night with Conan O’Brien». Die Szene, auf die sich die Falschbehauptung bezieht, ist ganz am Anfang des Videos zu sehen.
Conan O’Brien erinnert sich daran, wie seine Eltern ihn weckten, um die Mondlandung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin mitzuerleben, woraufhin Letzterer antwortet: «Nein, das habt ihr nicht.»
Er erklärt weiter, dass es weder einen Fernseher noch eine Kamera gab, um diesen Moment in Echtzeit zu übertragen. «Sie haben eine Animation gesehen», sagt Aldrin.
Er bezieht sich hier auf die Zeitspanne, die verging, bis die auf dem Mond gedrehten Aufnahmen im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Während man auf diese Aufnahmen wartete, zeigten die Sender simulierte Landungen. Genau das meint Buzz Aldrin, wenn er von einer «Animation» spricht.
Beispiele dieser Simulationsbilder sind in den Archiven des amerikanischen Fernsehsenders CBS News zu sehen. Die tatsächlichen Bilder der Mondlandung wurden später mit einer kleinen Kamera übertragen, die in der Raumkapsel installiert war.
Buzz Aldrins Kommentar bedeutet daher nicht, dass die Mission von 1969 inszeniert war. Mehrere Fotos der NASA, der amerikanischen Raumfahrtbehörde, zeigen auch Edwin E. Aldrin Jr., bekannt als «Buzz», bei seinem Mondspaziergang am berühmten 20. Juli 1969.
Interview mit Mädchen
In einem Interview von 2015 fragt ein Mädchen Aldrin: «Warum war schon so lange niemand mehr auf dem Mond?» Ein Satz aus seiner Antwort lautet: «Weil wir nicht dorthin gegangen sind.» Diesen Satz interpretieren manche als vermeintliche Leugnung der Mondlandung; doch Aldrin bezog sich eben auf die Frage, wieso nach den ersten erfolgreichen bemannten Landungen nicht mehr weitere Menschen auf dem Mond gelandet waren. Das zeigt sich beim Betrachten des vollständigen Interviews.
Später nennt Aldrin nämlich einen weiteren Grund: «Geld. Das ist eine gute Sache. Wenn man neue Dinge kaufen will, zum Beispiel neue Raketen, anstatt immer wieder dasselbe zu tun, dann kostet das mehr Geld. Und auch andere Dinge erfordern mehr Geld.»
Interview in Oxford
Außerdem wird ein weiteres Interview mit Buzz Aldrin verkürzt dargestellt. Auf die Frage, was der «beängstigendste Moment der Reise» zum Mond gewesen sei, antwortete Aldrin 2015 an der Universität Oxford: «Beängstigend? So etwas gab es nicht. Es hätte beängstigend sein können.» (bei Minute 30:16) Aldrin bringt dabei also lakonisch zum Ausdruck, dass ihm die Mission keine Angst gemacht habe – danach erinnert sich Aldrin aber auch sehr wohl an eine Szene, die ihm unangenehm war.
Er habe während der Mission auf den Boden der Mondlandefähre geblickt und inmitten des Staubs «etwas» gesehen, «das dort nicht hingehörte» – es sei «defekter Schutzschalter» gewesen.
Neue Entdeckungen und alte Theorien
Trotz der zahlreichen Beweise dafür, dass Menschen den Mond betreten haben, zählen Verschwörungstheorien rund um die Apollo-Missionen zu den populärsten und hartnäckigsten – auch jetzt, da das Interesse an dem Erdtrabanten wieder zunimmt.
Unter der Präsidentschaft von Donald Trump hat die NASA ihr Programm für Mondforschungsmissionen wiederbelebt. Die Mission Artemis IV, geplant für 2028, soll die erste Rückkehr von Astronauten auf die Mondoberfläche seit 1972 ermöglichen.
(Stand: 17.4.26)
