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Video zeigt Kundgebung in Hamburg im Oktober 2024

Mit dem späten Herbst beginnt die Zeit der Weihnachtsmärkte – doch über die gehen in sozialen Netzwerken vermehrt falsche Angaben um. «Muslime protestieren gegen Weihnachten und Weihnachtszeit in Deutschland», heißt es in einem Post auf X im November 2025. Zitiert wird ein englisches Video, das angeblich zeige, wie «tausende muslimische Immigranten» gegen die weihnachtliche «Tradition» protestieren würden.

Bewertung

Das Video stammt von Oktober 2024 und steht in einem anderen Zusammenhang. Mit Weihnachten hatte die Demonstration damals nichts zu tun.

Fakten

Das Video ist nicht aktuell, sondern stammt vom Oktober 2024. Damals hatte die mittlerweile verbotene Gruppe «Muslim Interaktiv» zu einer Kundgebung in Hamburg aufgerufen. Das zeigt ein Abgleich von Berichten über die Demo, den Lichtverhältnissen und einer Verortung der Demo mit den Aufnahmen aus dem Video. Im Hintergrund von Berichten und Video ist zum Beispiel dieselbe Werbung eines Discounters zu sehen.

Das Bundesinnenministerium hat die Gruppe Anfang November diesen Jahres verboten. Schon im Frühjahr 2024 hatten zwei Kundgebungen aus dem Umfeld der Gruppe, die der Verfassungsschutz als gesichert extremistisch einstuft, Empörung ausgelöst. Bei der ersten Demonstration waren Rufe nach einem Kalifat laut geworden. Die zweite Kundgebung fand unter scharfen Auflagen statt, die auch Forderungen nach einem Kalifat untersagten.

Die Behauptung, Tausende muslimische Einwanderer seien auf einem Weihnachtsmarkt angekommen, um gegen diese Tradition zu protestieren, ist also klar falsch: Weder wurde das Video kürzlich aufgenommen, noch zeigt es Szenen auf einem Weihnachtsmarkt, noch richtete sich die Demonstration erkennbar gegen weihnachtliche Traditionen. Mit dieser falschen Behauptung war das Video jüngst auch auf Englisch verbreitet worden.

(Stand: 21.11.25)

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Migration, Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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