Bewertung
Diese Behauptung ist falsch. Der weltweite Kraftstoffverbrauch aller Fahrzeuge liegt weit über dem Treibstoffverbrauch von LNG-Tankern.
Fakten
Die Ermittlung des jährlichen Treibstoffverbrauchs aller Fahrzeuge auf der Welt ist schwierig. Allerdings lässt sich anhand von Modellrechnungen aufzeigen, warum der Verbrauch eines einzelnen LNG-Tankern von den USA nach Europa weit unter diesem Wert liegt.
Zum Beispiel liegt der Kraftstoffverbrauch des gesamten Verkehrs in Deutschland jährlich bei mehreren Hundert Milliarden Kilowattstunden (kWh). Beim Umweltbundesamt heißt es: «2023 betrug der gesamte Primärenergieverbrauch des Verkehrssektors ca. 3.498 Petajoule (PJ)». Das sind ungerechnet rund 970 Milliarden kWh.
Modellrechnung zeigt völlig andere Größenordnung
Für die Atlantiküberquerung eines LNG-Tankers hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) im Jahr 2022 eine Modellrechnung aufgestellt: Demnach hat ein Tanker mit einer Füllmenge von circa 150.000 Kubikmetern einen Kraftstoffverbrauch, der 11 Millionen Kilowattstunden Energie entspricht. Das wiederum entspricht circa 0,001 Prozent des Verbrauchs des deutschen Verkehrssektors. Der globale Verbrauch sämtlicher Fahrzeuge ist noch einmal um ein Vielfaches höher.
Auch wenn es sich hierbei nur um eine Veranschaulichung handelt, lassen sich die sehr unterschiedlichen Größenordnungen erkennen. Dass ein einzelnes Transportschiff den Jahresverbrauch aller Fahrzeuge weltweit übertreffen soll, ist völlig unplausibel.
LNG-Tanker fahren zudem meistens gar nicht mit dem im Beitrag erwähnten Schweröl. Die Schiffe verwenden für den Antrieb einen Teil des transportierten Flüssiggases.
Kritik an LNG-Importen
An den US-Gaslieferungen nach Europa gibt es andere Kritik. Experten warnen vor einer Abhängigkeit von den USA. Umweltorganisationen wie der Naturschutzbund kritisieren nicht geklärte Klimaauswirkungen. Die Deutsche Umwelthilfe bemängelt, dass LNG in den USA hauptsächlich durch Fracking gewonnen wird – eine Methode, die in Europa aus Umweltschutzgründen weitgehend verboten ist.
(Stand: 9.4.2026)
